Wussten Sie schon, dass sieben Millionen Menschen im vergangenen Jahr Brüssel besucht haben?  Allerdings kommen nur wenige Belgier in die Hauptstadt, da viele denken, Brüssel sei so teuer. Dabei gibt es viele kostengünstige Aktivitäten.

Mein Ziel: Ich möchte den Tag in Brüssel verbringen, möglichst viel unternehmen, aber meinen Geldbeutel schonen. Auf geht es zum nächstgelegenen Bahnhof: Charleroi-Sud. Mit einem Wochenend-Ticket in der Tasche geht es los. Ich nehme den Zug um 9:27 Uhr und bin unterwegs. In unter einer Stunde bin ich Brüssel-Midi und beginne meine Entdeckungstour.

Da ich mich für Kunst und Design interessiere, bummele ich durch das Marolles-Viertel vorbei an den Galerien und Antiquitätengeschäften in diesem beliebten Stadtteil.

Nach zehn Minuten erreiche ich die Rue Haute und bleibe vor der Galerie „Andy Marhol“ stehen, um das Wandgemälde in einer  kleinen Gasse zu bewundern. Ein ausgefallenes Schaufenster zieht mich an und ich gehe in die Attitude Art Gallery.

Diese Galerie befindet sich in zwei Gebäuden. In der Hausnummer 123 und 99. Man findet hier Werke zeitgenössischer Künstler, beispielsweise surrealistische Werke von Jan Bucquoy über „La vie sexuelle de Tintin“ oder Collagen der Sammlung des „Brussels Slip Museum“. Kurz gesagt: moderne und nicht alltägliche Kunst.

Galerie Attitude
Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 18 Uhr, Eintritt frei
Anschrift: Rue Haute 99 und 123, 1000 Brüssel

Anschließend gehe ich weiter zu einem Geschäft mit Vintage-Mode, das mit „15 €/kg“ wirbt. Da ich ein Shopperholic bin, muss ich mich natürlich umschauen. Innen erwartet mich eine Überraschung: alles ist super nach Kategorien sortiert. Man findet so alles sofort und kann einige Schnäppchen ergattern. 

Dank der Waage im Geschäft, hat man auch immer den Preis im Blick!

Melting Pot Kilo
Öffnungszeiten: täglich, montags geschlossen
Anschrift: Rue Haute 154, 1000 Brüssel 
Weitere Informationen: meltingpotkilo.com

Nachdem ich durch das Viertel gebummelt bin und mich auch rasch auf dem Flohmarkt umgesehen habe (auf der Place du Jeu de Balle, täglich und das ganze Jahr über geöffnet), gehe ich ins Stadtzentrum, um etwas zu essen. Ich nehme einen der zwei kostenlosen Aufzüge, um vom Marolles-Viertel in den oberen Teil der Stadt zu gelangen. Dort habe ich einen großartigen Ausblick über Brüssel. 

Ich spaziere weiter an der schönen Place du Grand Sablon vorbei ins Stadtzentrum. Mein Ziel ist die Friterie du Café Georgette. Wenn man in Brüssel ist, muss man meiner Ansicht nach, auf jeden Fall Pommes frites essen. 

Vor dem Imbiss gibt es häufig eine Schlange, aber es schnell. Ich mache es mir einfach und nehme eine Portion mit der hauseigenen Kreation, der berühmten  „Sauce Georgette“ (Mayonnaise, Ketchup, Zwiebeln und ... Pastis!).

Ich bezahle 3,50 € und 1,30 € für die Sauce. Das mag teuer erscheinen, aber die großen Portionen kann man sich auch leicht teilen. Darüber hinaus werden die Pommes in Rinderfett fritiert, das riecht man und es schmeckt ausgezeichnet. 

Friterie du Café Georgette
Öffnungszeiten: täglich ab 12 Uhr
Anschrift: Rue de la Fourche 37, 1000 Brüssel 
Weitere Informationen: www.cafegeorgette.be

Mit gut gefülltem Magen geht es weiter. Ich bummele bis zum Musée des Egouts (Kanalisationsmuseum) in der Nähe der Porte d'Anderlecht. Durch einen Pavillon gelangt man ins Museum. Man kann das Museum ohne Führung besuchen und, wenn es nicht zu regnerisch ist, in die Kanäle der Senne hinabsteigen und ein Wassersammelbecken sehen.

Es gibt auch Führungen und Sonderveranstaltungen wie die Führung „Rumeurs intraterrestres“. Bei dieser Führungen wird man von einem Geschichtenerzähler begleitet, der alles über den Untergrund der Stadt weiß. 

Hinweis: Jeden ersten Samstag im Monat kann man an der Führung zum Eintrittspreis teilnehmen, eine telefonische Reservierung ist erforderlich. Manchmal kann man so auch an den Sonderführungen teilnehmen. Ich habe mich dafür entschieden und es hat sich gelohnt! Dank der Führung unseres Geschichtenerzählers weiß ich jetzt sogar die Ratten in der Kanalisation zu schätzen. ;-) 

Le Musée des Egouts
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags, 8 € (kostenlos für Besucher unter 18 Jahren)
Anschrift: Pavillon d’Octroi – Porte d’Anderlecht, 1000 Brüssel 
Weitere Informationen: www.sewermuseum.brussels

Nach der einstündigen Führung und dem Besuch des Museums begebe ich mich wieder ins Stadtzentrum, da ich die Grand-Place noch nicht bewundern konnte. Vorher gönne ich mir jedoch eine echte Brüsseler Waffel. Die gibt es überall, aber ich suche besonders gute Waffeln. 

In der Rue du Lombard werde ich vielfach fündig und kurz bevor ich auf die Grand-Place einbiege, sehe ich die Schlage vor der „Waffle Factory“. Man könnte jetzt meinen, dass es keine echten Waffeln und diese nicht so lecker wie in einem traditionellen Geschäft seien, da es sich um eine Kette handelt. Weit gefehlt! Hier ist alles hausgemacht und man kann am Eingang sehen, wie die Waffeln frisch zubereitet werden. 

Und es gibt alle Geschmacksrichtungen: süß, herzhaft, mit belgischer Schokolade. Es gibt sogar günstige Menüs: 4,50 € für eine Waffel und ein Getränk (Kaffee oder Softdrink, 33 cl).

Waffle Factory
Öffnungszeiten:
 täglich
Anschrift: Rue du Lombard 30, 1000 Brüssel
Weitere Informationen: bruxelles.wafflefactory.com

Ich nehme meine Waffel mit und genieße diese und den herrlichen Blick auf die Grand-Place.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und ich mache einen letzten Schlenker durch eine kleine Gasse hinter dem Platz, um ein kleines Andenken an diesen Ausflug zu erstehen.

Ich besuche das Geschäft „Avec Plaizier“, wo man schöne altmodische Postkarten und Poster kaufen kann. Hier gibt es auch außergewöhnliche Fotos, Bücher über Kunst und Humoristisches. Ein absolutes Muss. 

Avec Plaizier
Öffnungszeiten:
täglich, sogar sonntags
Anschrift: Rue des Eperonniers 50, 1000 Brüssel
Weitere Informationen: www.facebook.com/avecplaizier

Nachdem ich dieses Eldorado für Foto- und Kunstliebhaber verlassen habe, geht es weiter zum Bahnhof Brüssel-Central. Dort nehme ich den Zug zurück nach Hause (mit meinem Ticket kann ich in jedem Bahnhof in Brüssel ein- oder aussteigen).  

Kosten des Ausflugs: ein Essen, Eintritt zum Museum, ein Happen zwischendurch, ein Foto von den Marolles und ein Andenken - alles für nur 18,30 €! Ziel erreicht! ;-)

Wusten Sie schon, dass Sie mit einem Weekend Ticket zum halben Preis hin- und zurückfahren können? Ganz einfach und günstig!

* Die Ermäßigung wird nur auf den nicht fixierten Preisteil des Standardtarifs angewendet. In der 2. Klasse beträgt der Festbetrag € 1,1574 pro Einzelfahrt. In der 1. Klasse beträgt er € 1,5046 (weniger als 37km) bzw. € 1,6204 (37km - 51km) bzw. € 1,7824 (52km und mehr) pro Einzelfahrt. Der Mindestpreis pro Einzelfahrt beträgt € 2,50 in der 2. und € 3,20 in der 1. Klasse.